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Eierkullern in den Höllenbergen

Sicher weiß jede/r, was Ostereier sind und was an Ostern mit diesen gemacht wird: Sie werden versteckt, und die Kinder suchen sie und finden sie dann hoffentlich. Das ist auch in Schlenzer nicht anders. Nicht so gewöhnlich ist das, was in Schlenzer traditionell sodann mit den Eiern geschieht: Die Familien des Dorfes – Oma, Opa, Mutter, Vater, Kinder – wandern mit Getränken und den Ostereiern in ihren Körben in die Höllenberge hinauf, zur höchsten Erhebung des Dorfes. Dort, mitten im Wald, an einer besonders abschüssigen Stelle (früher, als dieses Gebiet noch weniger bewaldet und die Winter zuverlässig viel Schnee brachten, wurde dort sogar Ski gefahren), lassen sich dann alle auf ausgebreiteten Decken nieder und packen ihre Eierkörbe aus.

 

Dann werden die hart gekochten Eier die steilen Hänge hinabgerollt. Die Chance für die Eier, unten heil anzukommen, ist gering, denn bei ihrer Reise geht es über Äste, Gestrüpp und Steine. Die Kinder sausen den Eiern hinterher und bringen heile und zerbrochene Eier wieder nach oben. Die unterlegenen, angeschlagenen Eier werden mit den mitgebrachten Salzstreuern gewürzt und verspeist. Das passt hervorragend zum Bier oder auch zu anderen Getränken. Beliebte Gesprächsthemen sind dabei Tipps zur Herstellung von besonders harten Eiern oder das Ostersonntag-Wetter der letzten Jahrzehnte. Da musste man auch schonmal Glühwein statt Bier trinken, und die Eier mussten durch den Schnee gerollt werden.